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Frontalunterricht versus Laptop.

Schon die neueste Meldung auf Twitter gelesen und synchron dazu den Facebook-Feed auswendig gelernt? Auf diversen Nachrichten-Portalen gelesen, an welchem Ort  die Welt aktuell untergeht oder schnell im Internet gecheckt, ob draußen die Sonne noch scheint? Ja, in einer Vorlesung hat man für vieles Zeit, nur das Zuhören kommt oft zu kurz.

Wir sitzen im selben Boot.
Als Student oder Schüler kennt man das Gefühl, wenn der Laptop und das Smartphone viel interessanter sind, als der Vortragende, der vor einem herumtanzt und den ungleichen Kampf gegen die digitale Konkurrenz austrägt. Das Internetportal futurezone.at veröffentlichte vor Kurzem einen Artikel über eine dänische Universität, an der nun vermutlich öfter technologie-freie Vorlesungen stattfinden.
Klar, auch wir, an der FH JOANNEUM, sind mit dem Problem konfrontiert. Vor allem in einem Journalismus und Public Relations -Studium hört man oft die Worte „machen Sie doch eine schnelle Online-Recherche“ oder „Ich habe Ihnen das Skript per Mail geschickt, also bitte öffnen“. Damit möchte ich nicht sagen, dass wir praktisch verführt werden, den Laptop auch anderweitig einzusetzen, aber eine gewisse Anfälligkeit ist wohl nachvollziehbar.

Meistens wollen wir eh aufmerksam sein.
In einigen Vorlesungen besteht bereits die Regelung, dass Laptops nur eine Rolle zukommt und zwar ausgeschaltet in der Tasche zu sein. Andere Vortragende legen wiederum weniger Wert darauf oder sind auf die technischen Devices angewiesen. Auch wenn ich damit vielleicht gegen meine Position als Studentin spreche, aber ich kann Sätze wie: „Könntet ihr eure Geräte schließen, das irritiert mich!“, durchaus verstehen. Wenn ich ein Referat habe, erwünsche ich auch zumindest ein wenig Aufmerksamkeit.


Ein bewusster Verzicht auf Ablenkung würde wohl einigen Diskussionen gut tun. Und mal ehrlich, sind wir nicht alle froh, wenn die Dinger mal ausgeschalten sind? Doch Achtung! Auf offline warten viele Ablenkungen, vor allem derStandard – Sudoku können auch „afk“ (away from keyboard) deine Aufmerksamkeit klauen!

 

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2 Kommentare

  1. verounikäii 26. März 2015

    „Meistens wollen wir eh aufmerksam sein.“ – lieb 🙂
    Ich geb dir aber sehr recht – kennst mich eh, gute alte Analog-Zeiten…

  2. Flo 26. März 2015

    Als Schüler in einer Laptopklasse bin ich auch tagtäglich damit konfrontiert – Sätze wie „machns bitte den Deckel zu“, „tuans des weg“ oder „packens n ein“ hören wir mehrmals täglich. Und das natürlich auch oft nicht ohne Grund. 9gag, 4chan, hugelol, reddit – um nur ein paar Beispiele zu nennen – bewahren uns tagtäglich davor, langweiligen Professoren lauschen zu müssen, die ohnehin nur ihr frei verfügbares Skriptum vorlesen. Wird dann wirklich einmal etwas wichtiges gemacht, ist es oft schwer, sich zu konzentrieren – vor allem wenn der Sitznachbar es gleich gar nicht probiert. In dem Fall ist ein „Deckel zu!“ durchaus sinnvoll. Nicht jedoch, wenn bereits erwähnter Professor zum 5. Mal das gleiche sagt, und auch nach mehreren Monaten noch immer nicht versteht, dass „packns n ein“ in einer Klasse, die zu 90% aus Burschen besteht, vielleicht nicht die beste Wortwahl ist.

    Dieses Problem einmal weggelassen ist die Integration moderner Technologien nicht nur wichtig sondern auch in vielerlei Hinsicht eine Erleichterung – man denke nur an 5stündige Deutsch Schularbeiten, die, statt handschriftlich erst geschrieben und dann auch noch in Reinschrift übertragen zu werden, einfach am (tatsächlich schummelsicheren) Prüfungslaptop getippt werden können – ein wahrer Segen.

    Generell bedarf es hier sicher einem guten Maß an Selbstbeherrschung, gekoppelt mit der richtigen Mischung aus Einschränkung durch den Lehrkörper und Vertrauen in die Eigenverantwortung der SchülerInnen oder StudentInnen. Technologieeinsatz generell nicht zuzulassen mag für manche Einzelfälle Sinn machen, stellt für mich aber keine generelle Lösung dar. Da muss sich schon jeder selbst an der Nase nehmen 😉

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