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Silicon Valley.

Wer an Start-ups denkt, verbindet das womöglich sofort mit dem Silicon Valley, der Geburtsstätte diverser weltbekannter Konzerne wie Apple oder Google. Doch auch im Annenviertel soll der junge Innovationsgeist Wurzeln schlagen. In ungezwungener Umgebung bietet der monatliche „Start-up Spritzer“ die Möglichkeit des Erfahrungsaustauschs bei einem netten Gläschen.

Jungen Unternehmern, die kurz vor der Gründung stehen, fehlt es oft an Kapital, Fachpersonal oder Bekanntheit. Hat man jedoch eine innovative und einzigartige Geschäftsidee, zählt man als „Start-up“ und es bieten sich neue Möglichkeiten. Das öffentliche Interesse an dieser Art von Unternehmensgründungen steigt, dafür sorgt nicht zuletzt die Sendung „2 Minuten 2 Millionen“ auf Puls 4. Hier bietet man jungen Unternehmen den Raum, ihre Idee vor namhaften Investoren und Business-Angels zu „pitchen“, um mit etwas Glück Startkapital von den Investoren zu lukrieren.

Das steirische Sprungbrett.
Ein Schritt in der Entwicklung einer Grazer Start-up Szene soll der monatliche „Start-up Spritzer“ sein. Jeden dritten Donnerstag im Monat treffen sich Start-ups, Interessierte und mögliche Investoren im „SPACELEND“. Hier bietet man jungen Unternehmern in lockerer Umgebung eine Bühne, die eigene Geschäftsidee zu präsentieren und direktes Feedback zu bekommen. Bei der dritten Ausgabe dieser Veranstaltung präsentierte Christiane Weninger beispielsweise einen innovativen Sattel, der das Reiten für Mensch und Pferd angenehmer und gesünder gestalten soll. Mit einem kleinen Plakat in der Hand und den Worten „Ich bin nicht davon ausgegangen, dass wirklich so viele Leute kommen“ beginnt sie ihren vierminütigen Pitch. „Im Rahmen der Hippotherapie habe ich entdeckt, dass ein Sattel mit einem luftgefüllten Kissen die Reitqualität um einiges erhöht und entwickelte mit meinem Team einen solchen“, erklärt sie ihr Start-up in wenigen Worten.

Gesunde Feedbackkultur.
Um direkt Rückmeldungen auf die aktuelle Präsentation zu geben, gibt es außerdem das Live-Feedback-System „feedbackr“. Mit dessen Hilfe kann das Publikum über Smartphone oder Tablet in Echtzeit rückmelden, ob der Pitch verständlich war und ob es Interesse an einer Investition hätte. Das Ergebnis wird direkt auf einem Bildschirm angezeigt.
Im Falle von Frau Weninger und ihrem Sattel von „SIBA – Sit In Balance“ hat ungefähr die Hälfte des Publikums mitgemacht und ihr positives Feedback gegeben. Der Vorteil am „anonymen“ Feedback ist klar: ZuhörerInnen können klar ihre Meinung äußern, ohne mit bösen Blicken oder Unverständnis rechnen zu müssen.

Annenstraße als Start-up-Heimat.
„Ein anderes Start-up, das bereits Wurzeln geschlagen hat, ist beispielsweise schon das Computerfachgeschäft „Compuritas“. Die Idee des Start-ups ist es, gebrauchten Computern eine „zweite Chance“ zu geben.
Einerseits wurde das Unternehmen durch den Sieg von „2 Minuten 2 Millionen“ des vergangenen Jahres bekannt. Andererseits, fügt Geschäftsführer Rüdiger Wetzl, hinzu: „Man kennt uns nicht nur von der Show, wir wurden auch mit diversen Umwelt- und Gesellschaftspreisen für unsere Re-Use-Programme ausgezeichnet.“
Das Konzept klingt einfach: Unternehmen erneuern oftmals ihre völlig funktionstüchtigen EDV-Geräte durch neuere Modelle. Compuritas ermöglicht den „Altgeräten“ ein zweites Leben, indem sie diese wieder auf den neuesten Stand bringen und sie kostengünstig an sozial Benachteiligte, gemeinnützige Organisationen oder Schulen weitergeben. Was das Start-up ins Annenviertel gezogen hat, erklärt Wetzl: „Wir wollen gar nicht in die Innenstadt, da unsere Produkte auf Nachhaltigkeit getrimmt sind und die Innenstadt oft traditionell beziehungsweise konventionell ist.“
Es bleibt zu hoffen, dass sich „Compuritas“ nicht als einziges Start-up in der Annenstraße verwurzelt, sondern das Annenviertel mit dem „Start-up Spritzer“ und vielen anderen Initiativen einen guten Nährboden für Neugründungen bietet.

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