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Regenbogenparade.

Das ist Datenjournalismus auf einer neuen Ebene. Big Data, ein Begriff, den viele in den Mund nehmen, aber nur wenige etwas damit anfangen können. Ein Journalist und ein Programmierer haben jetzt einen ganz neuen Blick auf das Instagram-Datenvolumen geworfen.

Einstellungssache.
Die Aufbreitung von Daten wird immer wichtiger und die Menge an verwertbaren Material ist allein in den letzten Jahren ernorm gestiegen. Jeder Klick, jeder Suchbegriff, jede aufgerufene Seite wird gespeichert und ist auf dich zurückführbar.
Was und wieviel die virtuelle Welt von dir erfahrt, hast du zwar nicht mehr komplett in der Hand, aber zumindest teilweise kann man einstellen, wer deine Posting sieht. Das trifft beispielsweise auf Facebook) oder Instagram zu. (Dass wir sobald wir den Internet-Browser öffenen, unsere Seele verkaufen, sollte sowieso jedem bewusst werden.) Wenn du deine Bilder auf Instagram aber nicht sorgfältig verwaltest, könnte dein Post schon in der nächsten Studie landen. Warum? Ganz einfach!

Regenbogen-Statistik.
Ein deutscher Journalist und ein Programmierer haben Fotos von über 300 Millionen Instagram-Nutzern durchsucht und dadurch versucht festzustellen, wann und wo es im Jahr die meisten Regenbögen gibt.

So Mai Juni rum.
Das Ergebnis spricht keine genaue Sprache, aber klar ist, die meisten Regenbogen-Fotos werden in den Monaten Mai und August auf Instagram gepostet. Viele Menschen, die Regenbögen sehen, nutzen offensichtlich die Social-Media-Foto-Plattform, um ihre Regenbögen mit anderen zu teilen. Darüber hinaus zeigt sich, dass die Bildunterschriten mit *regenbogen, rainbow, regen, sonne, love, rain, bunt, sky etc. Und auch die häufigsten aufeinander folgenden Wörter, die so genannten N-grams: »over the rainbow«, »Am Ende des Regenbogens…«, »Wer den Regenbogen will, muss den Regen in Kauf nehmen«, »Wo ist der Goldschatz / Topf mit Gold?« – Letzteres hätten wir auch gerne gewusst.*(1) eher unkreativ ausfallen.

Ortsunabhängig.
Laut eigenen Angaben erfolgte die Analyse über eine eigene Software, welche für den Download zuständig war. Für alles weitere nutzten sie Programme, wie Excel, Google Tables, aber auch speziellere wie SQLite-Browser, QGIS für die geografische Auswertung oder AntConc für die linguistische Analyse.
Das Resultat gleicht einem deutschlandförmigen- Fleckerlteppich und ist somit so gut wie nicht aussagekräftig. Kein Nord-Süd-Gefälle, keine Tendenz zu den Alpen oder zu Gewässern. Also wieder einmal eine Studie die sagt, dass es nichts zu sagen gibt. Auch schön.

Weitere Analysen, die wahrscheinlich gleich viel Aussagekraft haben, werden in der Juni-Ausgabe des Magazins „Neon“ nachzulesen sein. Unter den analysierten Hashtags waren: #sonnenuntergang, #betrunken, #glücklich, #swag, #backpacker, #babybauch, #depression oder #foodporn. Also schnell ALLE Einstellungen auf *öffentlich* stellen und schon bist du Teil der Untersuchungen. Noch nie war Partizipation so leicht!

(1) #Instarama

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